Die Nacht der Kultur

„A new world calls across the ocean, a new world calls across the sky…“ mit diesen Klängen durfte Nicole Kuhnke von P.R.O. Y.O.U die zweite Nacht der Kultur vorm Alfred-Schmidt-Haus in Gelsenkirchen eröffnen. Nach und nach lösten sich singend weitere Mitglieder unseres Vereins aus dem

Publikum und formten so auf der Bühne einen großen Chor, der einen ersten Vorgeschmack auf das folgende bunte Programm der Kulturnacht bot, die noch von einer Vielzahl anderer Künstler mitgestaltet wurde.
Kira Schmidt, die mit ihrer Mutter Monika Schmidt die Nacht der Kultur als alternativen Tanz in den Mai organisiert hat, führte durch den Abend. Auf einer Bühne vorm Alfred-Schmidt-Haus wurde unter freiem, dunkler werdendem Himmel für die Gäste das dargeboten, was alle Mitwirkenden über Monate einstudiert hatten.
Neben P.R.O Y.O.U. performten die Breakdancer Daniel Otta und Thomas Auth, die gemeinsam mit den Drummern Tim Cleve und Jan Müller eine faszinierende Fässer-Show inszenierten. Von diesen Crossover, also den Verschmelzungen verschiedener Kunst-, Musik- und Tanzrichtungen, lebte die Nacht der Kultur. So konnte auch P.R.O. Y.O.U die wertvolle Erfahrung sammeln gemeinsam mit Künstlern verschiedener Genres Choreographien zu erarbeiten. Beim Gute-Laune-Song „Footloose“ unterstützten Mitglieder unseres Vereins die Breakdancer gesanglich und tänzerisch. Das von uns dargebotene Grease-Medley wurde von der Essener Folkwang-Studentin Inga Krischke wunderbar ergänzt. Das Gesangstalent präsentierte auch Solo-Stücke, unter anderem „Ich hab geträumt“ aus dem berühmten Werk „Les Miserables“.
Für den tänzerischen Kick des Abends sorgten internationale Größen. Carlos Sampaio, Pedro Romero und Danilo Cardoso zeigten eine beeindruckende Video-Performance, die sich an die Bergbau-Kultur des Ruhrgebiets anlehnte. Ein Highlight des Abends boten die drei Tänzer, als sie vor den Augen des Publikums ein Kunstwerk kreierten, indem sie ihre Füße in Farbe tauchten und so über ein großes Blatt Papier tanzten. Gemeinsam mit den Gemälden von Monika Schmidt konnte das getanzte Bild anschließend in der Gallerie betrachtet werden. Dort gab es für die Gäste auch einen kulinarischen Gaumenschmaus, da der Konditor Bernd Rüdel von der Café-Konditorei Albring-Rüdel einige Torten nach dem Vorbild der Werke von Monika Schmidt gebacken hatte.

 

Ein Tänzer des brasilianischen Dreiergespanns, Danilo Cardoso, hat einige P.R.O. Y.O.U.ler bei der Choreographie des Liedes „Er lebt in Dir“ aus dem beliebten Musical „König der Löwen“ unterstützt. Noch mehr internationales Flair brachte der amerikanische Broadway-Tänzer Tarik Winston, der die Gäste mit Stepptanz in atemberaubendem Tempo und akrobatischen Einlagen begeisterte.

 

Im dritten Akt schließlich durften wir in die Kostüme für unser aktuelles Musical-Projekt „Der Schlüssel“ schlüpfen. Das Mystical erzählt die Geschichte von Lilly Clé, einem Mädchen, das in einem englischen Waisenhaus aufwächst. Sie wird von ihren wohlhabenden Verwandten aus Frankreich aufgespürt und dazu eingeladen bei ihnen zu leben. Doch schon bald stellt sich heraus, dass diese Reise nach Frankreich der Anfang eines großen Abenteuers ist. Mit ihren neu gewonnenen Freunden entdeckt Lilly im Schloss ihrer Verwandten eine geheimnisvolle Tür, öffnet sie und findet sich in Argonan wieder. Das Land wird von zahlreichen fantastischen Wesen bevölkert, die aber von dunklen Mächten unterdrückt werden. Laut einer Prophezeiung ist allein ein kleines Mädchen mit dem Mal eines Schlüssels in der Lage den bösen Herrscher Bazriel zu stürzen und den Frieden in Argonan wieder herzustellen…

 

 

 

 

 

 

 

Das Stück aus der Feder von Sebastian Ivartnik und Benjamin Hübbertz-Ivartnik feiert erst am 17. Oktober nächsten Jahres Premiere, doch schon in der Kulturnacht konnten wir dem Publikum einen Ausschnitt dieses mystischen Musicals präsentieren. Viele Lacher und die Sympathie des Publikums erntete Benjamin Hübbertz-Ivartnik als Momp, nachdem Nicole Kuhnke als Lilly Clé mit ihrer sanften Stimme die Zuhörer verzaubert hatte. Zum großen Finale schritten all die wundersamen Wesen Argonans auf die Bühne. Eyda, Satyre, Momps, Lilly und ihre Freunde riefen in „Schatten über uns“ dazu auf das Schwert für Argonan zu erheben und den bösen Herrscher Bazriel und seine Untergebenen zu bezwingen.

 

Nach diesem Gänsehaut-Abschluss können wir ein Fazit ziehen: Es war ein spannender Tanz in die Kultur mit außergewöhnlichen Darbietungen, erfrischenden künstlerischen Begegnungen und einem tollen Publikum. Wir waren gern ein Teil dieser Veranstaltung!

 

geschrieben von Maike Lippert